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6. April

Montag! Menschenmassen wälzen sich durch die Metro, also, alles wie immer, außer dass sich der Regen, der mich von der Haustür bis zur Metro begleitet, als ich aus der Metro wieder aussteige in Schnee verwandelt hat. Nina Vassilevna ist auch nicht da [dass sie nicht vor 12 Uhr kommt, wird nach den ersten zwei Tagen schnell deutlich], da im Infozentrum allerdings eine Sitzung abgehalten wird, bin ich immerhin nicht allein, aber stören will man ja auch nicht. Gleich erst mal Mails checken und Nachrichten lesen – schweres Erdbeben in Italien und Holger ist bei DSDS rausgeflogen. Während des sonst tendenziell eher ereignislosen Vormittags verfolge ich wie die Zahl der Toten in Italien immer weiter ansteigt, chatte ein wenig mit Haris und Ivan, bis der eine plötzlich offline ist und der andere mich für eine Pizza versetzt. Das Arbeitsvakuum ist ein tolle Möglichkeit all die Dinge im Internet zu tun für die man schon ewig keine Zeit mehr hatte wie zum Beispiel den Blog zu reaktivieren und natürlich auch für die obligatorische E-Mail nach Hause, die länger ausfällt als ich gedacht hätte, da ich unter anderem mein pädagogisches Problem mit dem kleinen grünen Computer schildere und auf professionelle Hilfe hoffe. [Hey, wenn man hier Gratis-Internet hat und denen offensichtlich nichts einfällt um mich zu beschäftigen, warum sollte man das nicht ausnutzen?] Heute soll ich ja auch meinen Hospitationsplan vorlegen, da ich ihn daheim als Datei auf dem Laptop vergessen habe, muss ich ihn noch mal erstellen, alles willkommene Abwechselung... Ich setze mich auch zum ersten Mal mit dem Kopierer auseinander um die Informationen über das Wirtschaftsplanspiel an die Lehrerinnen verteilen zu können. Meine Arbeitszeit von 10-18 Uhr [in etwa] gefällt mir eigentlich recht gut und in Anbetracht der Stunde, die ich von Tür zu Tür benötige, bin ich nicht sonderlich scharf darauf nur für eine Kurzinformation bis mindestens 18:45 zu bleiben, da die meisten höheren Kurse Abendkurse sind. Eine Mailing-Liste der Studenten gibt es auch nicht und die Adressen sind anscheinend auch nicht vorhanden, damit man sie erstellen könnte. [Schade, das hätte mich immerhin einiges an Zeit gekostet, die kriege ich dafür mit einigen erfolglosen Versuchen rum, mein eingescanntes Passfoto so zu verkleinern, dass es an Marias Drucker auch tatsächlich im Passbildformat ausgedruckt wird – nun ja, muss der Dienstausweis halt noch ein wenig warten.] Also suche ich einfach die Kurse heraus, die in Frage kommen und teile jeder Lehrerin einen Zettel zu, auf dem steht in welchen Kursen die Informationen noch bekannt gegeben werden sollen. In vier Kurse am Nachmittag gehe ich selbst hinein und kann mir daher einen kleinen Überblick verschaffen über die Lehrerinnen und die Schüler [beides sehr vielfältig]. Frau Sobesskaja von B 2.3. ist gleich ganz erfreut, dass die Sprachabteilung jetzt auch eine Praktikantin nur für sich allein hat und will die Information gleich in ihren Unterricht einbauen, denn sie lernen gerade einkaufen. [Was mich etwas überrascht, da ich auf Litauisch bereits einkaufen gehen kann und auf Finnisch auch und meine Kenntnisse in beiden Sprachen würde ich nicht gerade als „berauschend“ einstufen – dieses Bewertungssystem der EU bleibt mir bisher noch ein Rätsel, wobei es mir die Erläuterung meiner Sprachkenntnisse vermutlich erleichtern würde.] Um 17 Uhr fällt Maria dann endlich eine Tätigkeit für mich ein, die Kurslisten für die Intensivkurse müssen noch erstellt werden, natürlich nach dem Vorbild der alten, nur dass die Lehrerinnen noch nicht feststehen. Die Tastenkombinationen für Kopieren und Einfügen werden meine besten Freunde bei dieser Arbeit, die länger dauert als erwartet, da es drei Dateien sein sollen, eine für jeden Montag, sich der prüfungsvorbereitende Kurs „Start Deutsch 1“ allerdings über zwei Monate erstreckt, andere Angaben hat als der Rest und ich immer wieder neu formatieren darf. Dabei wollte ich doch heute extra pünktlich weg, weil Anton kommt, aber das bisschen Arbeit jetzt noch liegen zu lassen, ist mir auch zu blöd. Johanna und Birte bauen nebenbei auch noch alles für den Tatort-Abend auf – noch ein Zeichen, dass ich mich bald davon machen sollte. Anstelle von 18:00 wird es dann doch 18:30 bis ich das Institut verlasse und ich hetze [so gut das in der wogenden Menge von Menschen in der Metro eben geht] nach Hause. Als ich daheim ankomme, ist der versprochene Anton nicht da und während ich wieder und wieder auf meine Uhr schaue und es immer später wird, wird mir klar, dass das heute auch nichts mehr wird mit ihm, na ja, vielleicht morgen. Ich will schließlich endlich meine Geschenke loswerden, es ist zwar nicht so, dass sie bestimmten Personen zugeordnet sind, aber ich weiß, dass nichts für Anton übrigbleiben würde, wenn ich sie ohne sein Beisein verteilen würde. Wowa ist am Verbleib des kleinen grünen Computers immer noch interessiert und ich erzähle irgendwas von wegen „Der liegt im Institut“ oder so. Was ihn nicht davon abhält trotzdem irgendwas mit mir spielen zu wollen, also holt er Spielkarten hervor, die Motive aus dem Film „Cars“ zeigen. Sie sind eindeutig irgendwo ausgeschnitten und auch nicht ganz komplett. Es sollte wohl mal eine Art Quartett werden, wenn es ausgewachsen gewesen wäre, aber dazu kam es leider nie. Nun ja, ich hatte Wowa die Bedingung gestellt, dass ich nur mit ihm spiele, wenn er mir erklärt wie es geht. Gut, die Spielregeln sind eigentlich ganz einfach, alle Karten auf einen Stapel und dann abwechselnd ziehen [was bei der ungeraden Anzahl an Karten schon einen Vorteil für den Beginnenden bedeutet] – nur was dann? Irgendwie hat mir Wowa nicht verraten was dann, es hat nur irgendetwas damit zu tun, dass es drei Typen von Karten gibt „Rennautos“ [го́ночная машина, wen’s interessiert], „Stadtautos“ und „Freunde“, dumm nur, dass es jeweils unterschiedlich viele davon gibt und es auch nicht wirklich ein Quartettspiel ist. Von daher weiß ich leider nicht, welches Ziel das Spiel eigentlich hatte oder ob es einen Sieger gab. Dafür erzählt mir Wowa lang und breit die Geschichte der Autos auf den Bildern und welches er am tollsten findet. Und warum er seinen Gymnastikkurs [zu deutsch wohl eher Turnkurs] nicht mag. [und das obwohl er permanent auf dem Bett Kerzen macht, die Beine an die Wand stellt und den elchischen Sonnengruß aus Bärenbrüder versucht]. Die Antwort ist simpel aber einleuchtend: In dem Kurs muss man sich ganz doof verbiegen, die wollen, dass er Spagat macht, dabei kann er das doch gar nicht [und anhand dessen, was er mir da vorführt würde ich auch sagen, dass er es nie können wird]. Als ich ihm erzähle, dass ich früher auch mal im Turnen war und zumindest meinen Spaß daran hatte, bis ich in den Verein kam [laut Mama], sieht er mich ungläubig an – bei ihm gibt’s keine Mädels. [Vielleicht auch ein Grund, warum der Kurs so blöd ist, wobei Wowa noch in dem „Mädchen sind doof“-Alter ist.] Die Sache mit dem kleinen grünen Computer lässt ihn allerdings nicht los und er holt sein Gegenstück, einen russischen Lerncomputer [so einen wie ich ihn immer haben wollte und nie bekommen habe und jetzt kann ich sagen: Es war gut so!], mit dem man rechnen, lesen, schreiben, Musik und Englisch und andere schöne Dinge üben kann. Er hat nur einen Nachteil, wie eigentlich fast jedes Kinderspielzeug, er ist laut, sehr laut, er piepst und düdelt was das Zeug hält. Nun gut, nichtsdestotrotz will Wowa noch einige Additionsaufgaben machen und da er Zahlen noch an den Fingern abzählt, ist jede zusätzliche Hand willkommen. [Schonmal versucht 7+8 an den eigenen zwei Händen abzuzählen? Kein Wunder, wenn das Kerlchen meint, 10 wäre die richtige Antwort... Es ist schon faszinierend, dass er, momentan für alles die Finger braucht  zum Rechnen und sich unter Mal nehmen und teilen so gar nichts vorstellen kann und bald werden ihm auch Zahlen wie Pi oder die Wurzel aus 2 nicht mehr unbekannt sein, sofern zwischendurch nicht das russische Schulsystem zusammenbricht, aber danach sah es, vor allem auf der Messe am Samstag, nicht gerade aus.] Wundervoll für gestresste Eltern und Erwachsene ist auch die Übung „Noten lernen“, bei die Tastatur des Computers den Tasten eines Klaviers entspricht und jetzt die Töne nicht mehr eine Stimme sind, die „falsch“ oder „hervorragend“ sagt, sondern tatsächlich musikalische Töne darstellen sollen. Also, ein neuer Mozart ist Wowa leider schon mal nicht. Kurz vor 22 Uhr bugsiert G-Mama ihn dann mit den Worten „Du, Wowa, Silke hat bestimmt noch viele Hausaufgaben auf,“ [ein kurzer Blickwechsel deutet mir an, dass ich zustimmend nicken soll, selbst wenn dem nicht der Fall sein sollte], „sag Gute Nacht.“ Meine Hausaufgaben beschränken sich dann nur noch auf meine Übungen mit dem kleinen grünen Computer.
10.4.09 13:06
 


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