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4. Mai

Heute ist ja nun endgültig mein letzter Tag bei meiner Gastfamilie. Da ich ja laut Lida möglichst früh raus soll, habe ich mich gestern noch für halb neun mit Benedikt am Plozhad Muzhestvo verabredet, weil ich nicht mehr genau weiß, wo die Wohnung ist und ich nicht ewig allein schleppen will. Ich sehe Gastpapa Michail gerade noch aus der Wohnung gehen und frühstücke mit Rita, von Lida keine Spur. Ich frage Rita auch, was für eine Buslinie an den Muzhestvo fährt und sie rät mir lieber die Marschrutka zu nehmen, das würde schneller gehen. Ich bin ja kein großer Fan von Marschrutkas, da ich keine Ahnung habe, wo welche lang fährt und man ja immer kurz vorm Aussteigen Bescheid sagen soll, das man hier raus will. Ich ziehe noch das Bett ab, hinterlege die 2000 Rubel, die ich ihnen noch geschuldet habe, um die 500 Euro voll zu machen und schreibe dazu einen kleinen Zettel, dass ich ja nur 250 Euro im Monat an Geld zur Verfügung habe und jetzt nicht mehr Geld habe, weil ich ja Zimmerangebote kannte, die bei 250-350 Euro, je nach Umfang der Leistungen, lagen. Außerdem erkläre ich, dass ich die 500 schon recht viel fand und hätte ich das vorher gewusst, gar nicht erst bei ihnen übernachtet hätte. Bin ja mal gespannt wie darauf reagiert wird... Als ich um 8 Uhr das Haus verlasse, ist Wowa gerade beim Anziehen, die Gastmama immer noch nicht wach und Rita hilft mir die Taschen in den Lift zu packen. Sie ruft mir noch ein „Komm mal zu Besuch vorbei!“ zu, bevor sich die Lifttüren schließen und damit auch dieses Kapitel von St. Petersburg, zumindest für mich. Beladen wie ein kleines Eselchen schleppe ich meine Taschen zur Haltestelle, lasse eine Marschrutka fahren und dann noch eine, während immer noch kein Trolleybus kommt, den ich nehmen kann. Also entscheide ich mich für die Marschrutka und drängele mich mit meinen Taschen nach vorne als die nächste in meine Richtung [so hoffe ich zumindest] kommt. Damit ich mit meinen Taschen nicht den ganzen Einstiege blockiere, darf ich auf dem Sitz quasi neben dem Fahrer sitzen. Ob das immer so gut ist, ist eine andere Frage. Denn hier vorne bekommt man gut mit, dass der Mann, lenkt, schaltet und Geld zählt – gleichzeitig. Wir zuckeln erst in Richtung Politeknitscheskaja [ich frage doch lieber noch mal nach, ob es tatsächlich meine Richtung ist, da an dem Auto zwei Nummern und somit auch zwei Linien stehen, aber der erstaunlich nette Fahrer will mir dann Bescheid geben, wenn ich raus muss – sehr gut] und halten uns dort eine Weil auf, da die zweite Tür des Kleinbusses erst nicht auf und dann nicht mehr zu gehen will. Der Fahrer klettert zunächst über seine Geldablage hinweg in den Fahrgastbereich um die Tür zu öffnen, entscheidet sich dann später dazu, dass er lieber immer durch die Fahrertür ein- und aussteigen und um das Auto herumlaufen will – na hoffentlich wird er dabei nicht noch überfahren... Es geht aber alles gut, die Tür schließt wieder und wir kommen am Plozhad Muzhestvo an. Ich steige aus und will Benedikt Bescheid sagen, dass ich nicht vor der Metro stehe, weil ich Marschrutka gefahren bin, da entfährt dem nur ein „Ich dachte halb zehn!“ [liest denn hier niemand ordentlich seine SMS? ich hab’s doch extra zweimal geschrieben!], er will aber gleich kommen. Ich postiere mich an der Bushaltestelle vom letzten Mal und warte hinter meinem Taschenturm. Benedikt kommt dann recht schnell und gibt mir die Busfahrt zur Wohnung aus, dafür dass ich warten musste. In der Wohnung sitzt seine Freundin noch in der Küche [auch eine Russin, aber nicht wirklich vom tussigen Typ], weil sie ja dachten, sie könnten noch ne Stunde länger schlafen. Ich esse nur noch schnell ein Äpfelchen und mach mich dann zur Arbeit auf. Mein Arbeitsweg hat sich nur um rund 10 Minuten verkürzt, daher treffe ich um 10:30 ein. Nach dem langen Wochenende muss ich mich erst mal Nachrichten technisch auf den neuesten Stand bringen [da war ganz schön was los am Wochenende, vor allem in den Niederlanden], danach überarbeite ich noch mal mein Protokoll und unterhalte mich mit Lisa, der neuen Praktikantin der Programmabteilung. Sie kommt ursprünglich aus Idstein und damit quasi von um die Ecke und hat ein FSJ in Weißrussland gemacht. [Irgendwie haben hier alle was mit Weißrussland zu tun, wobei ich ja nur Alexander vorweisen kann, aber immerhin.] Ich denke die Zusammenarbeit mit ihr in Sachen Teestunde wird schon gut werden. [Wobei mir gerade auffällt, dass ich Idstein gedanklich ständig auf die falsche Rheinseite gepackt habe...] In der Mittagspause erzähle ich Anna dann noch mal ausführlich die Geschichte dieses Wochenendes und erzählt mir, dass ihre Gastmutter gestern Abend schon alles vorbereitet hatte [Bett bezogen etc.] und dann fast schon schockiert war, als Anna nur allein nach Hause kam [sie hatte mich um halb eins noch mal angerufen, aber das war für umziehen dann wirklich zu spät und es hat jetzt ja auch so geklappt], was ich sehr lieb von ihr finde, dass sie sich solche Sorgen gemacht hat. Dann betraut mich Mascha noch mit einigen Aufgaben. Ich soll die Prüfungsunterlagen für das Kleine Deutsche Sprachdiplom kopieren, den Zeitplan erstellen und später noch die Anmeldebögen auswerten in Hinsicht auf die Frage „Woher haben Sie ihre Informationen über das Goethe-Institut?“ Als Mascha mir die Zettel auf den Tisch legt, tut sie das mit den Worten „Muss nicht heute noch sein, wenn du gerade was anderes zu tun hast, hat Zeit.“ [Was soll ich denn bitteschön zu tun haben, wenn sie es mir nicht aufgetragen hat? Außer vielleicht die Teestunde vorzubereiten?] Es sind hundert Zettelchen und das Auszählen geht recht schnell von der Hand, lieber noch mal nachprüfen, dann bei Excel eingeben und ein Diagramm zeichnen lassen, das Ganze dann noch mit Text versehen – et voilà, endlich mal wieder eine sinnvolle Aufgabe. [Ich hätte die Ergebnisse auch noch weiter aufteilen können in Männer und Frauen oder Alter, eben halt die Zielgruppen, aber das wollte sie ja nicht, genauso wenig wie die Power Point Präsentation, die ich auch hätte erstellen können.] Als die zweiten Kurse heute anfangen, wollen Anna und ich Werbung für die Teestunde machen. Da die Kurse jetzt doch eine andere Raumbelegung haben, als ich damals eingegeben hatte, müssen wir uns an den Schildern orientieren. An den Türen hängen nämlich „Herzlichen Willkommen“-Schilder, das für SD1 hat sogar ein Herzchen dazugemalt. In Kurs B 2.3. finden wir offene Ohren für unsere Teestunde, einige scheinen sie noch von Birte und Johanna zu kennen – na, mal schauen wie viele jetzt am Mittwoch da sein werden. Johanna war ja so nett uns noch die Mailingliste zukommen zu lassen, sodass wir auch die ehemaligen Teilnehmer erinnern können, dass es weiter geht. Ich mache heute um 19 Uhr Schluss und beeile mich heimzukommen, weil ich ja auch noch meinen neuen Vermieter treffen soll. Viktor wirkt zumindest sympathisch und seriös [seit den Erfahrungen der letzten Woche bin ich da etwas vorsichtig], ich bekomme meinen Schlüssel und wir unterhalten uns ein wenig. [Benedikt bemerkt später, dass er außergewöhnlich gesprächig war heute.] Die Miete kann ich ihm auf ein deutsches Konto überweisen, was natürlich sehr bequem ist [vor allem wenn man bedenkt, dass mein DKB-Konto ja kleinere Zicken macht und das mit dem kostenlos Bargeld abheben im Moment gerade nicht klappt] und erklärt mir wie alles hier funktioniert. Ich bin recht froh darüber jetzt zumindest die Möglichkeit für Internet zu haben, wann immer ich es möchte und vielleicht ist es doch nicht so schlecht allein zu wohnen. Viktor kommt ja alle zwei Wochen vorbei um die Bettwäsche auszutauschen und nachzusehen, ob es etwas zu reparieren gibt. Benedikt und ich unterhalten uns noch ein wenig, bis er ein „Skype-Date“ [sein Ausdruck, nicht meiner] hat und ich mich müde ins Bett werfe.

 

5.5.09 15:55
 


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