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3. Mai

Ich wache auf und bin immer noch wütend über das, was gestern passiert ist. Eine Antwort habe ich bisher weder von Anna, noch von Nadja oder Linda erhalten. Mal sehen, was das noch heute gibt. Große Lust darauf, die 100 Euro extra zu bezahlen für die „überschüssigen“ Tage habe ich auch nicht, zumal ich momentan gerade so 3500 Rubel flüssig habe, von denen ja noch 500 an Anna gehen, die ich mir von ihr am Freitag geliehen habe und 2000 sind vom Arbeiten an dem Sonntag von dem Konzert. Nun ja, ich erzähle Lida am Frühstückstisch jedenfalls, dass ich nicht so wirklich weiß, wo ich hinsoll heute Abend, da mir irgendwie kein Schwein antwortet. Ich weiß nur, dass ich nicht zu Benedikt kann, weil da eben die Freunde noch da sein und aus diesem Grund ja auch abgemacht war, dass ich zum Montag einziehe [was ja auch irgendwie alle begriffen haben außer Anton, der allerdings diese Information an Lida weitergeleitet hat, wäre ja auch zu einfach gewesen mal selbst zu fragen!] Lida erklärt mir, dass ich wenn ich nichts anderes finde quasi eine „Gnadenfrist“ bekomme, dann aber morgen sehr früh mit meinen Taschen mich abmachen muss und dann kann mir auch keiner tragen helfen [und dann auch noch die knalle volle Metro, na das wird ein Spaß, den ich mir nicht geben muss]. Sie erklärt mir, dass morgen Abend nämlich ein junger Mann einzieht, der sehr überstürzt und plötzlich aus seiner Wohnung rausgeworfen wurde [aha, und was machen sie gerade mit mir?] und der arme Kerl wusste nicht wohin [ob der auch 18 Euro pro Nacht zahlen muss?] Na ja, ich erwidere jedenfalls, dass ich jetzt zum Arbeiten zum kleinen Peter gehe. Da müsse ich aber wieder vorher anrufen, wenn ich heimkomme, weil es sein kann, dass keiner da ist [für was zahle ich eigentlich die 500 Euro?!]. Das mit dem Schlüssel wäre so schwierig, weil es die Firma, die den Haustürschlüssel produziert nicht mehr gibt [was ein Zufall!] und man daher das Schloss unten austauschen müsste und es dann neue Schlüssel für das ganze Haus geben müsste, was die anderen Mieter natürlich alles andere als berauschend finden würden und seinen eigenen Schlüssel hat Anton noch, der liegt bei ihm daheim, falls er mal was holen muss und keiner da ist. [WAS ne Begründung, da hätte er halt in diesem einen Monat sich mal nach dem Rest der Familie richten müssen, so wie ich jetzt! Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass als ich gehe drei Schlüssel an der Wand hängen und nur noch zwei Erwachsene anwesend sind, aber gut, das lohnt sich jetzt nicht mehr darüber zu streiten.] Als ich gerade bei Klein-Peter vor der Haustür stehe, bekomme ich eine SMS von Nadja, sie hat meine Nachricht erst jetzt gelesen, ich könne aber bei ihr schlafen, müsse nur ihren Bruder anrufen. Gut, somit habe ich eine Möglichkeit schon mal in der Hinterhand, wobei es ja jetzt eigentlich weniger ums Schlafen geht [ich werde ja noch eine Nacht geduldet], sondern mehr um den Verbleib und den Transport meiner Taschen und da würde ich, wenn ich zunächst zu Nadja ziehe, mich erst mal von meinem Zielort entfernen. Ideal wäre jetzt, dass sich Benedikt meldet, dass ich abends die Taschen zumindest unterstellen kann oder dass ich eine Antwort von Anna bekomme. Zunächst einmal beschäftige ich mich jetzt jedenfalls mit Peter, der heute eher unkooperativ ist. Er malt in einem russischen Comicbuch herum und möchte, dass ich für ihn auf Tonpapier ein Haus male. Nun gut, dabei kann ich auch Deutsch sprechen. Danach will er etwas Eisenbahn spielen, was eher unkommunikativ ist, und da die Gleise nicht so wollen wie er, hat sich das Thema auch recht schnell wieder erledigt. Genauso wie das folgende Klötzchen bauen. Peter ist schon ein sehr liebes Kind und hat sich auch gefreut mich zu sehen, aber das mit dem Deutsch sprechen, das will ihm irgendwie nicht so recht in den Sinn [ist ja auch verständlich, wenn die Mama mit ihm beides irgendwie spricht, aber er merkt, dass sie eigentlich nur Russisch wirklich gut kann]. Darauf ein Buch gemeinsam anzugucken, lässt er sich heute auch nicht ein, obwohl seine Mutter ihm immer wieder zuredet, er will lieber Fangen spielen [in einem kleinen Zimmer]. Seine Mutter meint zum Abschied dann noch, dass ich ihn nächstes Mal ruhig ein bisschen zwingen soll Deutsch zu reden oder Bedingungen stellen soll à la „Wenn wir das spielen, dann nur auf Deutsch.“, sonst würde sich da ja nie was tun und Peter und ich machen aus, dass wir uns beim nächsten Mal das Zirkus-Buch vornehmen wollen. [Wobei ich das mehr bestimme und Peter zunächst denkt, ich wolle das Buch mitnehmen.] Ich schlendere von der Wassilij-Insel zurück zur Innenstadt weil so schönes Wetter ist und will nebenbei noch Geld abheben, um es meiner Gastfamilie in den Rachen schieben zu können. Allerdings will mir die Citibank keines geben, gut, das war letztes Mal ja auch schon so, also weiter zur Raiffeisenbank, da hat es bisher immer geklappt – diesmal allerdings nicht, egal welchen Betrag ich ausprobiere: „Sie haben ihr Kontolimit überschritten.“ Hmm, seltsam, eigentlich sollte noch jede Menge drauf sein... Super, gerade häufen sich die Probleme mal wieder. Immerhin muss ich dann nicht lügen, wenn ich Lida sagen muss, dass ich gerade nicht mehr Geld habe, als die 20.000 Rubel, die ich ihnen schon gegeben habe und die 2000 Rubel, die fehlen um die 500 Euro voll zu machen. [Dass ich das vermutlich eh gemacht hätte, weil ich auf die Wucherpreise pro Nacht echt keinen Bock habe, tut hier nichts zur Sache. Genauso wenig wie die Tatsache, dass ich noch meine Maestro-Karte und die norwegische Visa-Karte habe.] Ein bisschen Geld brauche ich ja auch noch zum Leben. Na, das wird Lida freuen, dass ihrer kleinen Milchkuh, die sie melken wollte, gerade der Euter abgefallen ist. Allerdings stimmt es mich schon etwas besorgt, dass ich mein Kontolimit überschritten haben soll. Na ja, Mama mal drauf ansetzen nächste Woche. Ich mache mich auf den Heimweg, als ich eine Nachricht von Anna bekomme, sie hat ihr Handy gestern im Café liegen lassen, ob ich denn jetzt eine Lösung hätte. Anrufen kann ich sie gerade nicht, da ich in der Metro sitze, aber ich antworte ihr kurze Zeit später, dass ich mir schon Sorgen gemacht habe und ob es möglich wäre, dass ich heute mit meinen Sachen bei ihr schlafe. Bei dem folgenden Telefongespräch stellt sich heraus, dass sie in der Innenstadt ist, wo sie gleich von ihrem Onkel zum Schaschlik essen abgeholt wird. Ihre Gasteltern haben zwar nichts dagegen, dass ich bei ihr übernachte, sind aber gerade nicht da [wäre ja auch zu schön gewesen, wenn mal eine Sache auf Anhieb geklappt hätte!]. Dummerweise ist ihr Akku auch fast alle und sie kann mir nicht versprechen, dass sie es noch schafft meine Handynummer an die Gastmutter weiterzuleiten, damit die mich anrufen kann, dass ich vorbeikommen kann, wenn sie mit einkaufen fertig sind. Anna meint dann, sie würde von sich daheim dann anrufen, wenn sie wieder da ist, was allerdings auch elf Uhr nachts sein kann. [Um die Uhrzeit dann mit den Taschen rumzulatschen..., na super.] Ich komme nach Hause, esse ein wenig Suppe, lese den „Spieler“ und harre der Dinge, die da kommen werden – oder halt auch nicht. Nadja sage ich erst mal ab, weil es eben jetzt mehr um die Taschen geht als ums Übernachten. Linda meldet sich auch noch, aber da sie Gäste hat, ist es bei ihr auch schwierig [was ich ja vorher schon wusste, aber hey, wenn es keine anderen Möglichkeit gegeben hätte, hätte ich auch in ner Küche gepennt]. Sascha, der mir kurz zuvor noch eine SMS mit Telefonnummern von billigen Hotels geschickt hat, ruft an um sich zu erkundigen, wie’s mir denn jetzt so geht und was ich mache, weil er sich schon Sorgen macht, dass ich am Ende in nem Bahnhof schlafen muss. [Das hatte ich gestern so aus Scherz als letzte Notfalloption genannt.] Ich bekomme von Annas Gasteltern keinen Anruf und ihr Akku ist offensichtlich leer. Also schreibe ich Benedikt an, ob ich morgen früh halb 9 meine Sachen bei ihm abwerfen kann, wobei es mir bei dem Gedanken an die überfüllte Metro graut, allerdings gibt es ja auch noch die Möglichkeit des Trolleybusses, mit dem Michail und ich damals gefahren sind, zumal der Plozhad Muzhestvo in der direkten Verlängerung der Straße liegt, an der entlang ich immer zur Metro gehe. Das war die Linie 17, oder? Na ja, ansonsten einfach fragen... Inzwischen ist es fast 23 Uhr, selbst wenn Anna jetzt noch anruft, ist es für mich eigentlich zu spät um mich noch auf die Socken zu machen. Zhenja ist zwar da und würde mir bestimmt auch helfen [vielleicht ist er ja sogar mit dem Auto da], aber ich werde langsam müde und draußen wird es dunkel. Ich glaube auch nicht, dass Anna vor Mitternacht vom Schaschlik essen zurückkommt, vor allem nicht, wenn die Familie des Onkels noch ein großes Programm geplant hatte. Na ja, dann lasse ich Anna eben Anna sein und schleppe mein Gepäck morgen selbst zum Treffen mit Benedikt. Es ist beruhigend zu wissen, dass man sich schlussendlich eigentlich auf alle drei angeschriebenen Mädels verlassen kann, allerdings zeigt es deutlich, dass man es dabei nicht eilig haben sollte.
4.5.09 16:22
 


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