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29. April

Eigentlich hätte ich heute ja den Phonetikkurs von Frau Mathyl unterrichten sollen, aber aus irgendeinem Grund ist sie jetzt doch nicht nach Armenien geflogen [ich glaub ihre Mutter ist krank oder so was in der Richtung hatte sie gesagt] und ich sitze nur als braver Zuhörer im Kurs. Viel machen wir heute nicht, außer ein paar Übungen zu Ausrufen wie „So ein Saftladen!“ und zu den verschiedenen Intonationen von Worten wie „dabei“ [dAbei und dabEI], „damit“, „woher“ und „warum“ [mal ’ne kleine Aufgabe für die Muttersprachler zu überlegen, wann was gebraucht wird ] Danach ist es an der Zeit das Ende des Kurses festlicht zu begehen und auch den Abschied von Frau Mathyl zu feiern, die ab Juni eine andere Arbeitsstelle antreten darf. Die E-Mail-Adressen werden ausgetauscht, Kekse und Pralinen gegessen und Tatjana hat auf ihrem Flug von Berlin zurück nach St. Petersburg extra noch Dutyfree eine Flasche Bailey’s für diesen Anlass gekauft. Wir machen auch noch ein kleines psychologisch angehauchtes Spielchen. Alle bekommen einen kleinen, bunten, eiförmigen Aufkleber und ein leeres Blatt. Dann sollen wir alle etwas zum Thema „Phonetikkurs“ dazu malen. [Super und das wo ich doch Musik in der Oberstufegewählt habe.] Ich denke beim Ei an ein Osterkörbchen und an eine Blume, zum Abschluss kommt noch ein monströser Osterhase dazu, der mit seinen Riesenhauern an der kleinen Blume knabbert. Für diese Aufgabe haben wir nur 10 Minuten Zeit und es soll das kreative Potenzial einer Person daran gemessen werden [ha!, so eine Übung gibt es bei Doktor Kawashima auch, ich bin also bestens vorbereitet]. Am Enden werden alle Bilder nebeneinander gelegt und ausgewählt, welches das Schönste ist. Wobei es eigentlich weniger um Schönheit als um Kreativität gehen soll. Kreativ sind sie ja irgendwie alle, aber mein Monsterhase gewinnt trotzdem. [höhö] Die russische Leseliste für mich wird auch in gemeinsamer Anstrengung fertiggestellt [wobei ich sagen muss, dass ich etwa die Hälfte davon zumindest besitze oder darüber nachgedacht habe, es mir anzuschaffen, Alexander Grin wurde mir ja vor meiner Abreise nach Norwegen von Alexander geschenkt und auch die Wächter-Bücher warten daheim nur darauf gelesen zu werden, sogar auf Russisch!] und wir diskutieren über die Universalität meines russischen Lieblingsausdrucks „Oi!“ [Ich muss immer wieder lachen, wenn ich das höre, es klingt einfach zu lustig!], den man je nach Intonation für Überraschung im positiven und negativen Sinne und ganz viele andere Dinge benutzen kann. [Tja, so was haben wir im Deutschen nicht so wirklich, deshalb ist die Liste mit deutschen Ausrufen auch zwei Seiten lang ] Es ist schon halb drei als ich ins Sekretariat zurückkehre oder besser zurückkehren will, Bachrom hat nach seiner „Auszeit“ durch das Café D jetzt wieder die Hälfte der Schicht von Nadja übernommen und jetzt ist irgendwie keiner von beiden da und ich hab keinen Schlüssel für den Empfang [keinen Schlüssel zu haben scheint mein Hauptproblem hier zu sein]. Bachrom kommt dann Gott sei Dank recht bald. Ich muss ja noch die Teestunde vorbereiten, die heute mit einer ungewissen Anzahl an Teilnehmern abgehalten werden soll. Zuversichtlich drucke ich mal 5 Exemplare der Handouts und meiner Bildersammlung zum Thema „Fastnacht“ und „Adventsbräuche“ aus. Anna kommt auch noch vorbei und hat ebenfalls eine stattliche Sammlung an Fotos aufzuweisen. Wir geben uns wirklich alle Mühe! Fragt sich nur für wie viele Leute... Tee ist auch organisiert und Plastikbecher auch - von uns aus kann es losgehen. Unten in der Küche in der 2. Etage stelle ich den Wasserkocher an und wir harren der Dinge bzw. der Menschen, die da kommen werden [oder halt auch nicht]. Es taucht genau ein (!!) Mädchen, Dijana, auf, um sich mit uns über Feiertage und Gebräuche zu unterhalten. Na ja, auch gut. Wir erzählen von Fastnacht, in der alemannischen und der rheinischen Version [seitdem ich Boris kenne, bin ich da doch sehr viel korrekter geworden in dieser Unterscheidung], von den verschiedenen kirchlichen Feiertagen, den unterschiedlichen Ebenen, bundesweite Feiertage vs. gesetzliche Feiertage [so was gibt es in Russland nicht, entweder feiern alle oder keiner!], wie Weihnachten gefeiert wird und stellen gemeinsam fest, dass  russische Feiertage eher einen martialischen Hintergrund haben und die Deutschen allerlei kirchliche Feiertage haben. So gibt es in beiden Ländern einen Vatertag, bei uns ist es Christi Himmelfahrt, in Russland der „Tag der Helden“. Über diese Feiertage kommen wir auf den Umgang mit Geschichte zu sprechen. Zeitzeugen werden ebenfalls in beiden Ländern durchaus gerne in die Schulen eingeladen. Sind es in Deutschland jedoch häufig Juden, anders Verfolgte oder Menschen aus dem Widerstand, sind es in Russland schon eher Veteranen, die von ihren Kriegserlebnissen berichten. Fast jeder Schüler in Deutschland, vor allem an Gymnasien, war mindestens einmal in einem KZ [wobei dreimal wie bei mir schon eher eine Ausnahme ist], dass russische Schüler Gulags besuchen, ist jedoch nicht vorgesehen. Wo Russen eine Militärparade machen, legen Deutsche Kränze nieder, ohne Militär, da die Russen natürlich auch gerne Kränze niederlegen an ihren überdimensionalen Monumenten [eins hab ich ja erst in Berlin gesehen, bevor ich hergeflogen bin, wo sogar Panzer daneben standen]. Unser Weihnachtsmann ist hier Väterchen Frost und jemand Böses wie Knecht Ruprecht gibt es hier nicht [was nicht heißt, dass sich russische Kinder alle artig benehmen]. Feiertage, an denen man Blumen verschenken kann, sind in Russland tendenziell irgendwie beliebter als in Deutschland. [Ich hab hier eh schon viele Männer mit Blumen auf irgendwelche Frauen warten sehen und das waren nicht nur ältere, gesetztere Herren, da waren auch Junge dabei und ein Punk...] Dafür werden wir von Dijana für unsere schönen Bräuche in der Adventszeit beneidet. Auch wenn wir nur zu dritt sind, schaffen wir es dennoch uns bis 17 Uhr zu verquatschen [vorgesehen war bis 16:30 und Dijanas Kurs fing um 16:45 an]. Anna und ich räumen noch schnell auf und beschließen Montag in den neuen Kursen noch mal Werbung für die Teestunde zu machen, außerdem soll ein Ordner mit den alten Materialien von Birte und Johanna und den neuen von uns angelegt werden um es anderen Praktikanten zu erleichtern die Teestunde, vor allem auch nach der Sommerpause, weiterzuführen, weil eine Staffelübergabe so wie jetzt wird wohl nicht immer möglich sein. Außerdem bietet sich so eine Möglichkeit auch für die Lehrerinnen auf die Unterlagen zugreifen zu können. Mascha ist von dieser Idee auch überzeugt und so verbringe ich die restliche Arbeitszeit des Tages noch damit den Ordner einzusortieren und mir Conrad über Facebook zu chatten. Ich habe heute erstaunlich wenig Zeit vor dem PC verbracht, sogar so wenig, dass ich es fast nicht schaffe meine Blogeinträge, die ich gestern Abend noch geschrieben habe, ins Internet zu stellen. Mascha bittet mich auch mir den kommenden Dienstag schon mal komplett freizuhalten, da dann der schriftliche Teil des Kleinen Deutschen Sprachdiploms ansteht [einer fünfstündigen Prüfung, die für Leute gedacht ist, das höchste Niveau an Kursen erreicht haben]. Ich soll die Aufsicht führen [über ganze 2 Leute] und das Diktat verlesen [damit ich schon mal üben kann, soll ich mir morgen im Selbstlernzentrum ein paar Aufnahmen anhören und den Text bekomme ich auch am Montag bereits, damit er mir gut über die Lippen kommt], für die restliche Zeit der Aufsicht muss ich mir noch irgendeine Beschäftigung ausdenken. Vielleicht analysiere ich dann die Lehrbücher... mal sehen. Wowa möchte heute nach langer Zeit mal wieder mit dem kleinen grünen Computer spielen, aber zunächst muss seine Oma mit ihm noch ein ernstes Wörtchen reden [keine Ahnung über was, aber sie sah nicht so aus, als ob das im Spaß gemeint war]. Ich lasse Wowa dann spielen und schiele immer mal rüber, was er denn macht, denn er wollte heute unbedingt wieder das Gehirnspiel spielen und nicht das mit Dinosaurier, denn das wäre viel zu schwierig [aha, ich kenne jede Menge deutsche Erwachsene, die genau das Gegenteil behaupten würden, da merkt man halt doch, dass er keine Ahnung davon hat, um was es beim Gehirnspiel geht], aber Wowa kennt sich noch so gut in dem Spiel aus, dass er meine Resultate diesmal nicht löscht [na ja, bald kann er ja eh nicht mehr mit dem kleinen grünen Computer spielen, also kann man ihn jetzt mal noch lassen]. Ich höre wie seine Mama heimkommt, Wowa scheint das aber nicht zu interessieren. Als Rita ihren Sohn in keinem anderen Zimmer gefunden hat, schaut sie bei mir rein und nicht sonderlich begeistert darüber, dass Wowa kein großes Interesse an ihr zeigt. Wenig später verdonnert sie Wowa dazu, dass spielen jetzt sein zu lassen. Es ist ja auch schon 21 Uhr und ich muss ihr beipflichten, dass das spät genug ist, immerhin ist er erst 6 Jahre alt. [Allerdings kann ich mich nicht mehr daran erinnern, wann ich zu meiner Grundschulzeit in der Regel ins Bett gegangen bin.]
4.5.09 16:16
 


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