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28. April

Gestern habe ich auf dem Heimweg einen der vermutlich stressigsten Jobs hier in St. Petersburg gesehen, nämlich einen Verkehrspolizisten, der an der Kreuzung beim Sennaja Plozhad den Verkehr regelt, wobei es irgendwie weder die Autofahrer und erst recht nicht die Fußgänger interessiert, was er da eigentlich macht. Er winkt noch die Autos durch, als die Fußgängerampel auf grün schaltet und alle losrennen – ein Riesengehupe ist die Folge. Ich habe aber bei Verkehrstheorie aufgepasst und weiß, dass der „Schutzmann“  über allem steht und ich mich eigentlich nur nach ihm zu richten brauche um relativ gefahrlos über die Straße zu kommen [relativ deshalb weil man russischen Autofahrern einfach nicht vertrauen kann, manche fahren auch bei rot noch bis in die Kreuzung vor und bleiben dann dort stehen]. Heute widme ich mich wieder einem wesentlich entspannteren Job – meinem. In der U-Bahn treffe ich auf Anna, die am Plozhad Muzhestvo einsteigt. [Da die U-Bahnen um diese Uhrzeit jede Minute fahren, mehrere Waggons habe und sie ziemlich voll ist, ist es fast wie ein Sechsern im Lotto, dass wir uns sehen.] Sie erklärt mir, dass sie hier bei einem älteren Ehepaar wohnt und findet es lustig, dass ich auch bald in ihre Nähe ziehe, allerdings ist sie ja nur einen Monat hier und hat wegen der Feiertage nach dem Ende dieser Woche nur noch 8 Arbeitstage, eigentlich schade. Na ja, die Zeit, die sie noch hier ist, will sie mich aber gerne noch bei der Teestunde unterstützen, die ja morgen auch ansteht. [Bin ja mal gespannt, ob überhaupt wer kommt.] Ich bin heute nur in Kapuzenpulli rausgegangen, weil es immer noch sehr warm ist, und habe dummerweise meinen Arbeitsausweis in der anderen Jacke vergessen. [Anna hingegen hat gar nicht erst einen.] Inzwischen kennen mich aber alle Wachmänner, dachte ich zumindest, denn wie könnte es anders sein, ausgerechnet heute steht ein anderer da und fragt uns nach unseren Ausweisen. Ich erkläre ihm, dass wir die Praktikantinnen vom Goethe-Institut sind und da schon eine Weile arbeiten. Er hätte uns aber noch nie gesehen [na, wir ihn doch auch nicht!]. Eine Putzfrau kommt uns dann zur Hilfe und erklärt, dass sie uns aber kennt und dass wir wirklich schon eine Weile da sind. Vier Einstufungstests stehen heute an, aber in keinen davon bin ich involviert. Die meisten regulären Kurse sind jetzt eh vorbei und es stehen Lehrerinnen zur Aufsicht zur Verfügung. Ich bekomme am Empfang nur mit wie die Leute ständig fragen, wo den jetzt welche Prüfung ist und wo sie denn hingehen müssen. Nadja ist nach zwei der vier Prüfungen am heutigen Tag schon recht gestresst ob der vielen immer wieder gleich lautenden Fragen und viele davon erklären sich eigentlich von selbst, wenn die Leute zum Beispiel mal auf die Aushänge schauen würden. Nadja bereitet mich auch darauf vor, dass die Leute jetzt noch alle recht nett und höflich sind, auch wenn sie tierisch dumme Fragen stellen, wenn dann aber die Plätze in ihren vermeintlichen Wunschkursen weg sind oder sie sich falsch eingestuft fühlen, dann werden sie schnell aufdringlich und ungemütlich. Na, wir werden sehen, was die kommenden Tage noch so alles bringen. Arbeit bringt mir dieser Tag jedenfalls nicht. Mascha schaut zwar immer mal wieder vorbei, hat aber keinen Auftrag für mich. Gegen Ende des Arbeitstages eskortiert sie einmal eine junge Frau zum Empfang [hier meldet man sich für die Einstufungstests an], die zuvor bei ihr im Büro gewesen war. Während Nadja die Daten der junge Frau aufnimmt und sie für den Test morgen einträgt, steht Mascha noch in der Tür, guckt fertig zu mir hinüber und deutet mit der Hand an, dass sie sich am liebsten erschießen würde. Ich würde ihr ja gerne helfen, aber wenn sie mir nicht sagt wie, dann kann ich auch nichts machen. Da sich mir [mal wieder] viel Freizeit bietet, fange ich an fehlende ältere Einträge aus meinem Blog nachzutragen. Diese Einträge haben mir beim letzten Mal nämlich das Genick gebrochen, als die Löcher im Schweizer Käse meiner Blogeinträge immer größer wurden und ich sie nicht mehr schließen konnte, verlor ich irgendwann auch die Lust an neuen Einträgen, das soll diesmal anders werden! Disziplin ist die neue Grundhaltung. Ich treibe mich den ganzen Tag auf Facebook, Studivz und der gleichen rum, warte auf eine Antwort auf meine Nachricht von Anton, was er denn nun am verlängerten Wochenende macht, aber diese Antwort will einfach nicht kommen. Nach insgesamt drei Blogeinträgen nähert sich der Tag langsam seinem Ende und oh Wunder, ich entdecke jemanden zum Chatten bei Facebook – Conrad! Ihm geht es in New York arbeitstechnisch wohl nicht viel anders als mir und er treibt sich auch schon eine Stunde dort herum [er muss online gekommen sein, als ich gerade beschlossen habe, dass wohl niemand mehr kommt]. Ist schon witzig, dass wir beide in einer Entfernung von 8 Zeitzonen unsere Praktika machen und solch ähnliche Probleme haben, nämlich, dass wir zwar für unsere Arbeit gelobt werden, aber für unseren Geschmack irgendwie etwas wenig Möglichkeiten bekommen unsere Fähigkeiten zu zeigen. Conrads Blog ist auch ein fester Bestandteil meiner Morgenlektüre, da er mich immer wieder erheitert und das nicht nur aufgrund dieser offensichtlichen Parallelen. Es ist schön zu wissen, dass wir so ein wenig am Leben des anderen teilhaben können, auch wenn der ganz weit weg ist. Zum Abschluss dieses Posts ein ganz lieber Gruß an alle, die in der fernen Heimat [oder auch woanders] sitzen und an mich denken.
29.4.09 16:38
 


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