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2. April (noch ein Stückchen weiter zur Vervollständigung)

Heute ist mein erster Arbeitstag. Ich soll um 10:30 etwa da sein und mache mich daher schon mal um Viertel nach neun auf den Weg, schließlich muss ich ja auch noch die Karte für die Metro kaufen. Nachdem ich an der Metro eine ganze Weile vor dem Schild mit den unterschiedlichen Preisen gestanden habe, beschließe ich die Entscheidung auf morgen zu vertagen und heute mir zunächst noch Jetons zu holen, die kann man schließlich immer brauchen und mit 2 Euro für 5 Fahrten ist es auch nicht so furchtbar teuer [vor allem, wenn ich da an die Preise in Deutschland denke]. In meiner Tasche habe ich außerdem ein Wörterbuch und zur Not die Handynummern der gesamten Familie. Schließlich muss ich ja Bescheid sagen, wann ich nach Hause komme, was ich jetzt ja noch nicht weiß. Außerdem habe ich den Auftrag bekommen mir eine russische Simkarte von „Beeline“ zu kaufen, weil das alle in der Familie haben. Gut.. Ich hatte irgendwie vollkommen vergessen wie viele Menschen in dieser Stadt leben und auch die Metro benutzen. Nachdem ich mich durch das Tunnelsystem der Metro gedrängelt habe und ohne Probleme umgestiegen bin, stehe ich auf dem Sennaja Plozhad und muss mich erst einmal orientieren. Ich bin gut in der Zeit und erreiche das Mariinskij-Business-Center ohne Probleme. Dort steht ein Wachmann und fragt nach einem Ausweis. Einen Mitarbeiterausweis habe ich ja nicht, also zeige ich meinen Reisepass vor, dessen Daten fein säuberlich zusammen mit der Uhrzeit meines Eintreffens eingetragen werden. Dann erklärt mir der Mann noch wie ich ins Institut komme – Aufzug nehmen in die siebte Etage. Dort stelle ich mich am Empfang vor und die junge Dame leitet mich gleich weiter zum Sprachkurssekretariat. In diesem Sekretariat sitzt allerdings nicht Frau Bomasch, meine Kontaktperson, sondern nur Frau Kan, aber das ist besser als nichts zu Beginn. Frau Bomasch soll so gegen 11 Uhr dann kommen. Frau Kan führt mich zunächst im siebten Stock herum und erklärt mir alles fein auf Russisch. Dann fragt sie mich auch noch, ob ich Interesse an einem Sprachtandem. Ihr Sohn arbeitet bei der russischen Abteilung der Telekom und da sucht ein Mädchen nach einem Tandem. Ja, klar, kein Problem, schaden kann es jedenfalls nicht. Ich kann momentan halt nur noch keine Handynummer angeben. Frau Kan, bzw. Elena, unterhalten uns noch eine Weile bis Frau Bomasch, bzw. Maria, bzw. Mascha, dann kommt. Auch sie führt mich nochmal durch die siebte Etage und stellt mich allen vor [die ganzen Namen kann ich mir eh nicht merken]. Dann gehen wir noch in die 6. Etage, wo sich das Lehrerzimmer und eine kleinere Bibliothek mit Lehrbüchern befinden und abschließend in die 2. Etage, wo ein Seminarraum untergebracht ist. Hier treffe ich auch, Johanna, eine weitere Praktikantin [Birte und Linda, jeweils Praktikantin und Volontärin waren nicht in ihrem Büro, aber gut, die Arbeitszeiten hier sind eh recht flexibel]. Zu allerletzt sehen gehen wir noch hinunter in das Informationszentrum mit der Lehrmittelbibliothek. Hier werde ich Nina Vassilievna vorgestellt, einer älteren Dame, die hier ihren Arbeitsplatz hat. Da im Sprachkurssekretariat kein Arbeitsplatz für mich frei ist, stellt sich natürlich die Frage, wo ich arbeiten soll. Es gibt einen Arbeitsplatz am Empfang, der eigentlich zu Ilja gehört, aber der arbeitet in erster Linie nachmittags und mehr auf Abruf für die Programmabteilung. Mascha plant ihn einfach in ein anderes Zimmer zu versetzen, damit dieser Platz für mich frei ist. Ab morgen werde ich aber erst mal im Informationszentrum sitzen, auch nicht schlimm. Mascha erklärt mir dann auch die Aufgaben für die nächste Zeit. Ich soll natürlich einen Hospitationsplan zusammenstellen, wofür ich eine Liste mit den Kursen erhalte, wobei mir die Lehrerinnen natürlich nichts sagen und ich nur mehr oder minder blind anhand der Niveaus auswählen kann. Dann gibt es im Rahmen der deutschen Woche ein wirtschaftliches Planspiel, das auch noch Computer gestützt ist, und dafür soll ich in den höheren Kursen nächste Woche Werbung machen, weil die Anmeldefrist am 10. April abläuft. Außerdem soll ich Frau Privalova von der Abteilung für Sprachkurse in Deutschland am Samstag auf einer Messe für Privatschulen helfen. Die Zeit, die ich an diesem Tag arbeite, könne ich mir doppelt anrechnen lassen und dann mal einen Tag freinehmen. [Ja, das würde sich natürlich vor allem im Mai anbieten, wenn so viele Feiertage sind, damit es sich lohnt nach Moskau zu fahren.] Ansonsten bekomme ich noch die Aufgabe eine Kursteilnehmerbefragung zu überarbeiten [oh, diese Evaluationsdinger kann ich selbst ja schon nicht leiden bei uns an der Uni und geb sie meist gar nicht zurück] und Mascha möchte, dass ich die Broschüre über die Goethe-Institute in Russland, die man mal gemeinsam mit Moskau herausgegeben hatte, auf Fehler durchsehe, aktualisiere und auf St. Petersburg reduziere, aber das muss nicht gleich gemacht werden. Klingt ja nach guter und auch durchaus interessanter Arbeit. Da Ilja noch nicht da ist, darf ich seinen Platz am Empfang einnehmen mit einem wunderschönen Ausblick auf die Isaakskirche mit ihrer goldenen Kuppel [vor zweieinhalb Jahren waren wir da auch drin, ich weiß noch, dass es da drin einen Geldautomaten gab und wir auch auf dem Rundgang oben waren]. Jetzt beschäftige ich mich zunächst mit der Kursteilnehmerbefragung. Ich habe insgesamt drei Versionen vorliegen, die bisherige des Instituts [unter anderem mit der Frage, wie man den Service des Hauspersonals empfand und dem Tippfehler „kaine“ anstelle von „keine“], die etwas chaotisch ist, da Fragen zum Unterricht, dem Informations- und dem Selbstlernzentrum bunt gemischt auftauchen und es nur eine Evaluierungsskala gibt, die teilweise allerdings wenig Aufschluss gibt [bei der Frage nach dem Lerntempo zum Beispiel sagt eine schlechte Bewertung nichts darüber aus, ob das Tempo vielleicht zu langsam war oder doch einfach zu schnell]. Dann gibt es noch offizielle Vorlagen aus einer dicken Mappe der Zentrale des Goethe-Instituts, in der in Franchise-Manier festgelegt ist wie alles auszusehen hat, vom kleinen Flyer bis zur Durchführung von Sonderaktionen, und die Version der Volontärin Linda, die eine Mischung aus beidem ist. Hmm, hätte ich mich mehr mit Soziolinguistik beschäftigt, dann hätte ich jetzt immerhin ein bisschen Erfahrung mit dem Erstellen solcher Umfragen, so kann ich nur auf meine Erfahrung im Ausfüllen zurückgreifen. Meine Erfahrung sagt mir, dass ich Evaluationsskalen nicht gerade mag und mich meist nicht entscheiden kann, ob ich nun „++“ nehmen soll oder „+“, simple Ja-Nein-Fragen helfen mir sehr viel weiter. Außerdem müssen die Fragen relevant und beantwortbar sein. [Wie soll jemand ohne Lehrerfahrung auf einer Skala die Lehrmethoden des Instituts bewerten können? Da finde ich die Frage, was einem im Kurs am besten oder am schlechtesten gefallen hat, einleuchtender.] Ich werde auch noch von Herrn Eppeneder, dem Leiter des Instituts zu einem persönlichen Gespräch gebeten. Interessanterweise ist er auch studierter Linguistik und freut sich sehr, dass ich bis Ende Juni bleibe, da das Institut zur Mittsommerwende ein Konzert organisiert mit russischen und deutschen Sängern. Ja, da freue ich mich auch drauf. Im letzten Jahr gab es ein mehrstündiges Klavierkonzert, von dem auch eine Aufnahme existiert, die mir Herr Eppeneder schenkt. Ich muss schon sagen, alle sehr nett hier. Als ich zurückkomme, haben die Leute am Empfang gewechselt, aus der jungen Dame, Nadja, ist ein junger Mann, Bachrom, geworden. [Er kommt glaube ich eigentlich aus Turkmenistan und erklärt seinen Namen am Telefon immer so „Bach wie der Komponist und Rom wie das alkoholische Getränk“, denn Rum heißt auf Russisch „Rom“, diese Erklärung höre ich heute noch mehrmals.] Mascha bringt mir noch wichtige Unterlagen für mich vorbei, meine E-Mail-Adresse und mein Passwort für den Kopierer, und den Schlüssel für den zweiten Stock, und Ilja taucht erstaunlich früh auf und ist natürlich alles andere als entzückt darüber, dass jemand seinen Arbeitsplatz belegt. Aber er ist ein großer [rund 2 Meter], gutmütiger Kerl, meckert nicht rum und sucht sich einen anderen Platz zum Arbeiten. Ich bleibe eh nicht mehr lange, da mich Mascha um 17:30 schon nach Hause gehen lässt. Das kommt mir gerade recht, damit ich noch in Ruhe meine Simkarte kaufen kann und dann heimzuckeln kann. Aber zunächst muss ich ein Geschäft finden, dass Simkarten verkauft. Ich glaube mich an eines am Nevskij erinnern zu können und steuere zielstrebig auf die Straße zu. Ich hatte Recht, es gibt sogar ein Beeline-Geschäft. Nichts wie rein und eine Simkarte gekauft. Da ich allerdings noch nicht registriert bin, kann ich nur meinen Reisepass vorzeigen, aber für die Anmeldung wird eine Adresse benötigt. Anstelle mich zu fragen, wo ich wohne, meldet die Verkäuferin die Karte einfach auf sich an. Fragt mich dann nach meinem Handy und wechselt gekonnt die Karten aus. [Jetzt schön aufpassen, dass die deutsche nicht verloren geht!] Einen Pincode brauche ich nicht, 150 Rubel sind auf meinem Konto, meine Telefonnummer befindet sich auf der Rückseite des Startpakets und das war’s auch schon, ich kann gehen. Ich gehe am Nevskij entlang zurück zu meiner „alten“ Metrostation, die ich vor zweieinhalb Jahren immer benutzt habe und mache mich auf den Weg nach Hause. Dort ist wie angekündigt nur der Gastpapa daheim, aber das macht nichts, so lange es etwas zu essen gibt. Rita, Wowa und die Gastmama kommen später auch noch nach. Ich verbringe den Abend damit meine handschriftlichen Notizen zur Kursteilnehmerbefragung abzutippen, einmal auf Deutsch und dann eigentlich auch noch auf Russisch, ich bin aber so müde, dass ich den größten Teil der Übersetzung auf morgen verschiebe. So geht mein erster Arbeitstag zu Ende.
28.4.09 15:55
 


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