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22. April

Um 7 Uhr klingelt heute morgen der Wecker und ich schmeiße mich noch ziemlich müde aus dem Bett, aber was soll man tun, wenn man einen Test beaufsichtigen soll, der um 9 beginnt und man furchtbar weit weg wohnt von der Arbeit? Frühstück essen und rein in die Metro, die um diese Uhrzeit nicht wirklich leerer ist als sonst. Heute habe ich an meine Kamera gedacht, da ich doch unbedingt die Eisschollen auf dem Kanal Griboedova fotografieren möchte. Seit einigen Tagen schwimmen immer mal wieder kleinere Schollen unter mit entlang, wenn ich über die Brücke gehe, aber erst gestern ist mir aufgefallen, dass auf der anderen Brückenseite noch eine ganze große Fläche davon übrig ist. Da ich heute früh dran bin und auf der Straße nicht viel los ist, nutze ich die Gelegenheit für das Foto. Ich habe den Klassenraum direkt gegenüber vom Sekretariat, was sehr praktisch ist. Als ich ankomme, sind die Prüflinge schon da, na ja, fast alle. Ein Mädchen fehlt, der Rest schwankt zwischen Selbstbewusstsein [vor allem das Mädchen, das in der Teestunde dabei war und der junge Mann, der den Test schon einmal gemacht hat] und Nervosität. Eine junge Frau kriegt sich kaum ein und fragt lieber noch zweimal nach. [Ich an ihrer Stelle hätte eher Angst, dass ich mir den ewig langen Plastikfingernägeln meinen Stift nicht halten könnte, aber gut…] Nach der obligatorischen Passkontrolle und den Instruktionen wie man die Kreuzchen auf dem Bogen ordentlich macht und wie man die Aufkleber korrekt auf dem Antwortbogen platziert, geht es auch schon los. Beim Leseverstehen mache ich selbst auch mal mit. Einerseits um mir die Zeit zu vertreiben, aber auch um zu sehen wie schwer der Test ist [wobei mein Urteil nicht als endgültiges Urteil zu verstehen ist, da ich den Test machbar finde] und auch um nachher meine Antworten mit denen meiner Schützlinge vergleichen zu können. Die erste Übung ist eine Zuordnung, welchem Interesse entspricht welches Buch – sehr einfach. Dann kommt ein Text über die Forschung zum Aussterben der Mammuts, in dessen Anschluss man Multiple-Choice-Fragen beantworten muss, immerhin eine Trefferquote von 33%, selbst bei vollkommener Ahnungslosigkeit. Zu guter Letzt kommt noch ein Text über Lernverhalten und Soft Skills, wo man dann sagen muss, ob die Aussage stimmt, falsch oder gar nicht im Text ist. Das ist schon etwas fies, da man bei manchen Sachen einfach weiß, dass es falsch ist, obwohl es nicht im Text steht oder zumindest nicht explizit. Da, wie so häufig, nicht alle Uhren mithaben, sage ich immer brav die Zeit an. Eine Stunde für 30 Aufgaben ist sehr locker bemessen und es sollen ja auch alle daran denken genügend Zeit für ihre hübschen Kreuzchen bereit zu halten. Leseverstehen bereit keinem große Probleme. Dann kommt Hörverstehen. Ein Glück, dass ich das mit der DVD am Tag vorher noch mit Mascha geübt habe, sonst hätte das jetzt peinlich enden können. Auch hier nehme ich am Test passiv teil [wir wollen doch mal sehen, wer hier Deutsch kann ]. Erst kommt ein Hörtext über einen spanischen Studenten, der eine Wohnung sucht und zur Stadtverwaltung geht, die ihm dann vorschlägt betreutes Wohnen mit alten Leuten zu machen. Der Text wird nur einmal gehört, aber man darf sich die Fragen vorher durchlesen, daher ist es machbar, für mich. Die Schüler scheinen schon eher ein paar Probleme zu haben. Danach kommt eine Radiodiskussion, natürlich nicht das Original, sondern eine störungsfreie, im Tonstudio aufgezeichnete Variante. Es geht um die juristische Fakultät irgendeiner Uni und ob sie geschlossen werden soll oder nicht. Man braucht nur richtig oder falsch ankreuzen. Das ist etwas schwieriger, weil die Aussagen auf dem Antwortbogen nicht immer so ganz in dem Text vorkommen und eigentlich mehr nach „so nicht im Text“ klingen, auch hört man den Text nur einmal. Dann kommt die letzte Aufgabe, die man luxuriöser Weise sogar zweimal hören darf, weil sie so lang ist und ausführlichere Antworten verlangt. Es geht um Sport als Abiturfach in Nordrhein-Westfalen [wer denkt sich eigentlich diese Aufgaben aus?!]. was bei mir sofort Erinnerungen an den schulischen Sportunterricht weckt. Als ich die Antwortblätter einsammele, fällt mir auf, dass diese Aufgabe eindeutig schwerer gefallen ist [und das obwohl die Sprecher ein schon fast unnatürliches Hochdeutsch gesprochen haben und in einem Tempo und einer sauberen Aussprache wie man es in Deutschland nur sehr selten finden wird], dabei ist der TestDaF ein Test, der den Absolventen attestiert, dass sie an einer deutschen Hochschule studieren können. Na, dann bin ich aber schon mal auf den schriftlichen Teil gespannt. Den darf ich ja, aufgrund der Gruppenwechsel in den Klassenräumen, gleich zweimal durchführen. Es stoßen noch vier weitere Schüler aus einer anderen Gruppe zu uns hinzu und wir können nach einer kleinen Pause auch mit diesem Teil anfangen. Die Aufgabenstellung ist relativ simpel, Tabelle beschreiben [es geht um das Wahlverhalten beim Studienfach, wer wählt sein Fach aus welchen Gründen, die Juristen machen’s mal wieder nur für Ruhm und Geld], kommentieren und [da es ein internationaler Test ist, Hunderte von Menschen in der ganzen Welt schreiben ihn genau heute] eine Verbindung mit der Heimat schaffen. Eine Stunde Zeit, es gibt keine Beschränkungen in der Wortanzahl und in der Einleitung [die kein Schwein liest, obwohl dafür 5 Minuten vorgesehen sind] steht so schön, dass „grammatikalische Richtigkeit nicht so wichtig ist wie Verständlichkeit“, also, los geht’s. Während alle 9 Schülerchen brav schreiben, lese ich meinen Artikel für die Magisterarbeit und sage wieder sporadisch die Zeit an und dass man dran denken soll, dass nur der Text des Antwortbogens zählt, nicht der des Konzeptblatts. Ein Mädchen fragt dann kurz vor Schluss noch nach einem weiteren Antwortbogen, da ich nicht weiß, ob das vorgesehen ist, sage ich ihr, sie soll einfach kleiner schreiben und sich kurzfassen. [Theoretisch wäre es möglich gewesen, aber die Blätter sind eh abgezählt.] Draußen auf dem Gang wird es ziemlich laut und ich gehe meiner Pflicht als Aufsicht nach und ermahne im strengen deutschen Ton, aber auf Russisch zur Ruhe. Ein junger Mann aus der Gruppe der jungen Leute mit fetter Sonnenbrillen und langen dunklen Haaren guckt mich nur komisch an, ist aber danach ruhig. Ich entlasse meine Schützlinge dann mit vielen Glückwünschen zum mündlichen Teil und die nervöse junge Frau bedankt sich artig bei mir [ganz am Ende des Tests, als sie geht, macht sie das nochmal, irgendwie schon etwas schräg]. Inzwischen ist es 13 Uhr, die Mittagspause musste ausfallen, den Phonetik-Kurs habe ich verpasst und die letzte Gruppe lässt ein wenig auf sich warten bzw. steht gelangweilt auf dem Flur rum [obwohl an der Tür groß draufsteht, dass wir um 13 Uhr anfangen]. Dreimal darf man raten, wer dann durch die Tür marschiert kommt, natürlich, der Kerl mit der fetten Sonnenbrille! Hier auch wieder Passkontrolle. „Ey, isch bin der Dima!“ [Auch in Russland gibt es Menschen, die so sind wie die Proll-Türken in Deutschland, faszinierend.] In dieser Gruppe ist auch ein Geburtstagskind dabei, ein schüchterner, ziemlich erkälteter Junge, der heute 19 wird und binnen kürzester Zeit einen großen Wall von Taschentüchern um sich herum aufgebaut hat. Nach den üblichen Instruktionen lese ich meinen Artikel bis zur letzten noch ausgedruckten Seite fertig und anschließend die Aufsätze der vorherigen Gruppe. [Also bei manchen ist es wirklich von Vorteil, dass Grammatik weniger gewertet wird als Verständnis.] In der Zwischenzeit saut sich Dima mit seinem Kugelschreiber total ein, ist aber mit seinem Text aber offensichtlich schon fertig und glotzt lieber seiner Tischnachbarin ins Dekolleté. Nach dieser Prüfung ist für mich jetzt Schluss, alle Sachen [auch die überschüssigen Teilnehmeraufkleber] werden eingesammelt und in den Karton zurückgetan, den ich Mascha bringe. Meine Mittagspause im Café D habe ich mir ordentlich verdient. Mascha meint noch, dass wir dann wenn Frau Smirnova mit allen mündlichen Prüfungen durch ist, die Materialien wieder auseinander sortieren und zählen müssen, ansonsten hätte sie für mich nichts mehr zu tun und ich könnte gehen. Da ich aber keinen Schlüssel für daheim habe und auch um diese Zeit noch keiner daheim und ich darüber hinaus ja auch noch auf die Modenschau heute Abend gehen will, bleibe ich im Institut, hier kann ich immerhin im Internet surfen… Mascha vergisst dann offensichtlich erst mal mir die Sachen vorbeizubringen, weil sie im Lehrerzimmer sitzt und Anrufe beantwortet. Erst gegen 18 Uhr kommt sie mit den Kartons zu mir. In der Zwischenzeit habe ich beschlossen, dass ich zu müde bin um auf die Modenschau zu gehen, außerdem macht es allein keinen Spaß [Anton hat ja keine Zeit und Nadja guckt sich schon etwas Anderes an im Rahmen der deutschen Woche] und er Ort liegt zum Heimfahren ziemlich doof. Den Film „Rossija 88“ wollte ich mir zwar eigentlich auch ansehen, zumal Benedikt, mein möglicher neuer Mitbewohner, auch kommt und ich ihn da mal kennenlernen könnte und mich das Thema auch interessiert, aber allein bei dem Gedanken an einen Film werde ich jetzt schon müde. Also sortiere ich noch die TestDaF-Unterlagen [wobei ich mittendrin in die Küche umziehen muss, weil Nadja Feierabend macht und das Sekretariat abschließt] und zähle sie und verlasse dann um 19 Uhr meinen Arbeitsplatz, nachdem Mascha mich fast schon aus der Küche scheucht, ich sei schließlich lange genug da gewesen. Ich sage der G-Mama Bescheid, dass ich doch früher komme und mache mich auf den Weg. Daheim esse ich nur noch schnell und lasse mich gegen 22 Uhr ins Bett fallen.

 

28.4.09 12:38
 


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