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1. April (die Lücken im Schweizer Blogkäse werden langsam geschlossen)

Der erste April hätte mir als Reisedatum eigentlich schon zu denken geben müsse, aber das es SO dicke kommt, hätte ich nun wirklich nicht gedacht. Da mein Flieger um 8 Uhr gehen soll, stehen wir um 5:30 auf, essen gemütlich Frühstück und kurz bevor wir um 6 Uhr losfahren wollen, guckt Mama wie immer in den Videotext. „Sag mal, dein Flieger geht doch um 8 und du fliegst mit der Lufthansa, oder?“ „Ja, wieso?“ „Ähm, den Flieger gibt’s nicht.“ Bitte was?!?! Okay, mir schießt das Adrenalin bis sonst wohin und ich schmeiße den Laptop an um zu schauen, ob der Videotext vielleicht einfach einen Fehler gemacht hat. Auch im Internet ist der Flug nicht zu finden, aber ich hab doch ein Ticket für diesen Flug? Gut, also rufe ich bei der Hotline vom Frankfurter Flughafen an. Die Dame kann mir auch nur erklären, dass es diese Flugnummer gestern gab und morgen gibt, aber nicht heute. Heute ist auch noch Flugplanwechsel, vielleicht würde es daran liegen. Im Internet suche ich noch nach weiteren Flügen nach St. Petersburg. Air Berlin wird vermutlich etwas knapp, weil die vom anderen Terminal fliegen und ich ja noch kein Ticket von denen hab. Außerdem wäre ich dann mit Umsteigen so gegen 16 Uhr da, nicht schön. Und bei meinem Glück heute würde das Umsteigen auch noch schief gehen. Na ja, mal bei der Lufthansa selbst in Frankfurt anrufen. Die Dame an dieser Hotline ist ehrlich gesagt nicht sonderlich kompetent und kann meine Buchung weder unter meinem Namen noch unter der Buchungsnummer finden und mir auch nicht sagen, was ich denn jetzt machen soll. Außer, dass halt das Flugzeug nicht geht. Da bucht man schon extra Lufthansa und auch noch übers Reisebüro um 100% sicher zu gehen und dann das. Als Letztes gibt mir die Hotlinetante noch den Ratschlag doch bei meinem Reisebüro anzurufen, vielleicht hätten die eine Information erhalten. Es ist 6:15 welches normale Reisebüro ist da erreichbar?! [Logik?!] Mein Reisebüro in Person meines Onkels ist allerdings auch nicht erreichbar. Also beschließen wir trotzdem einfach mal zum Flughafen zu fahren und vor allem Oma erst mal nix zu sagen. Da ich mich immer noch nicht entschieden habe, ob ich denn nicht vielleicht doch lieber mit Air Berlin fliegen will, bevor ich heute gar nicht mehr weg komme, hetze ich zum Check-In von Lufthansa. Quick-Check-In geht bei dem Flug auch nicht, ein Glück, vermutlich wäre der Automat explodiert. Auf der großen Anzeigentafel ist mein Flug auch nicht, es gibt ihn also tatsächlich nicht. Ich tue einfach so, also wüsste ich das nicht und gehe zur Dame am Check-In, während in meinem Hinterkopf sämtliche Varianten nach St. Petersburg zu kommen durchlaufen, Air Berlin wird zu knapp, Rossija ist auch schon weg, es fliegt aber rund alle anderthalb Stunde ein Flugzeug nach Moskau, das wäre auch noch eine Möglichkeit. Die kompetente und verständnisvolle Dame vom Check-In findet nach etwas Rumprobieren und dem ersten Erstaunen [zur Kollegin: „Du, die junge Frau hat ein Ticket für einen Flug, den es nicht gibt. Was soll ich machen?“] heraus, das ich auf den Flug um 14 Uhr umgebucht wurde, was der nächste Lufthansa-Direktflug nach St. Petersburg ist. Ganz toll, dann bin ich erst 18.40 dort und Anton ist weg, aber hey, immerhin habe ich einen Fensterplatz, weil sonst ja kein Depp um 7 schon eincheckt, wenn der Flug erst in 7 Stunden geht. Mein hoher Adrenalinspiegel schlägt sehr auf meinen Appetit und meinen Kreislauf. Zusammen mit Mama nehmen wir noch ein größeres Frühstück ein, an dem ich insgesamt rund eine Stunde sitze um 2 Croissants runter zu bekommen. Ein paar Sachen erheitern mich dennoch. Nämlich die erwachsenen Franzosen am Nachbartisch, die mit dem Salz- und Pfefferstreuer spielen und versuchen den jeweils anderen Streuer vom Tisch zu schubsen. Und der Slogan der Nachrichtenagentur „Russia Today“, der auf zwei großen Plakaten direkt vor meiner Nase prangt: „News you won’t see elsewhere.“ [Nachrichten, die Sie nirgendwo anders sehen werden.] Ja, das kann man so und so verstehen. Allerdings habe ich ein wenig Angst, dass meine SMS, die ich an Anton geschickt habe, damit er nicht auf mich wartet, nicht ankommt, weil ich in letzter Zeit ein paar Probleme mit SMS nach Russland hatte. Aber ich bekomme eine Antwort, dass er mich leider nicht um 18.40 abholen kann, weil er dann selbst nicht mehr da ist, aber sein Papa wird mich abholen. Immerhin etwas. Blöde Lufthansa! Ich habe Anton auf den Tag genau vor zweieinhalb Jahren das letzte Mal gesehen und jetzt das! Ich ergattere immerhin einen Liegesitz in der Nähe des Bistros und in der Nähe meines möglichen Gates, aber an schlafen ist nicht zu denken, ich bin viel zu aufgeregt. So gegen 10 Uhr erscheint mein Flug dann mal auf der Anzeigentafel, noch vier Stunden warten... Ich klage Mark per SMS mein Leid und er meint, dass er gerade etwas Zeit hätte und vorbeikommen könnte. Schön, bin ich immerhin nicht ganz so allein und wir haben es noch geschafft uns zu sehen, bevor ich fliege, auch wenn es höchstens 20 Minuten sind. Der junge Mann vom russischen Konsulat, bei dem ich mein Visum beantragt habe, rennt hier auch rum. Hat vielleicht noch jemand Wichtiges auch den frühen Flug gebucht und kommt jetzt zu spät zu seinem Termin? Nachdem Mark wieder weg ist, geht es auch recht bald los, ich mache mich auf in Richtung Handgepäckkontrolle. Zwei Handgepäckkontrollen und drei Passkontrollen später fahre ich mit dem Bus zum Flugzeug. Neben uns landet ein quietschgrünes Flugzeug, hey, mit dem wäre ich gerne geflogen. Im Flieger sitzen drei Italiener neben mir, die so ihre Probleme mit dem Ausfüllen der Migrationskarte haben. Erstmal einen Kuli haben und dann noch wissen, was der Vorname und was der Nachname ist. Ich hatte sie schon um Bus gesehen bzw. gehört und muss ziemlich grinsen als einer am Gang und die anderen beiden auf der anderen Seite des Ganges Platz nehmen. Ansonsten sind sie genauso wie eigentlich alle Italiener [und Tessiner], die ich kenne, - herrlich chaotisch. Aufgrund von starken Winden können wir nicht starten und stehen ewig auf dem Rollfeld rum. Irgendein Kind vermutet treffend „Ich glaub, wir kommen im Dunkeln an!“. Mit einer Stunde Verspätung heben wir dann doch noch ab, irgendwer will wohl nicht, dass ich in St. Petersburg ankomme. War eine weise Entscheidung von Frau Bomasch, dass ich heute nicht mehr in Goethe-Institut kommen brauche, das hätte ich auch beim besten Willen nicht mehr geschafft. Ich habe inzwischen tierischen Kohldampf und kann das warme Essen kaum noch erwarten, vor allem als es schon von hinten aus dem Flugzeug zu duften beginnt. Glücklicherweise will Gabriele neben mir seins nicht und es gelingt mir es ihm abzuschwatzen – yummie! Danach lässt es sich gleich viel besser ein Nickerchen machen. Als ich um etwa 17 Uhr wach werde und unter mich blicke, sehe ich eine schneebedeckte Landschaft und zugefrorene Seen. Thomas hatte Recht: „Der Frühling kommt – und Silke geht.“ [Wahlweise auch andersrum.] Als ich aus dem Flugzeug aussteige, überlege ich mir, ob ich nicht vielleicht doch wärmere Klamotten hätte mitnehmen sollen... Passkontrolle und Gepäck sind kein Problem, das Gepäck kommt sogar erstaunlich schnell, hätte ja auch weg sein können, nachdem ich so früh eingecheckt hatte. Danach beglückt mich der Bankautomat noch mit 40 100-Rubel-Scheinen [45 Rubel sind ungefähr 1 Euro] und will mir noch zusätzlich eine Versicherung aufschwatzen, die ich aber dankend ablehne. Komische Bankautomaten hat’s hier... Den Gastpapa erkenne ich sofort, er braucht allerdings ein bisschen, bis er bemerkt, dass ich was von ihm will, obwohl ich direkt vor ihm stehe. Dann drückt er mir relativ wortlos ein Handy in die Hand und ich höre Lidas Stimme am anderen Ende, die mich freudig begrüßt und froh ist, das jetzt alles geklappt hat. Die Fahrt vom Flughafen gestaltet sich schon etwas abenteuerlich. Zunächst quetschen wir uns mit Gepäck in eine Marschrutka [ein alter VW-Transporter oder so mit einem asiatischen Fahrer], fahren bis zur Metrostation „Moskovskaja“, wo mich schon die ersten Schneeflocken begrüßen, und von dort aus in der nicht mehr ganz so vollen Metro bis zur „Politeknitscheskaja“. Da Michail die zwei Taschen allein nicht schleppen will, nehmen wir dann noch den Trolleybus bis vor die Haustür. In der sensationellen Zeit von rund anderthalb Stunden haben wir es bis nach Hause geschafft. Um die öffentlichen Verkehrsmittel hier preisgünstig und effektiv nutzen zu können, muss man eindeutig Petersburger sein. Geändert hat sich daheim eigentlich nix und doch irgendwie alles. Klein-Wowa ist jetzt Mittelgroß-Wowa, der mir zur Begrüßung ein selbstgemaltes Bild von einem Schiff mit einem Wasserfall überreicht. Anstelle von Anton wohnt hier jetzt die Katze Beata und Lida präsentiert mir voller Stolz die neue Mikrowelle und den Minifernseher in der Küche. Ansonsten wird bemerkt, dass wir uns alle ein wenig verändert haben, natürlich nur zum Guten. Lida gefallen meine roten Haare viel besser als die schwarzen vom letzten Mal. [Dass es nur rote Strähnen sind und der Großteil der Haare noch genauso ist wie früher, fällt ihr offensichtlich nicht auf. Man sieht halt, was man sehen will.] Auch Wowa kann sich noch erstaunlich gut an mich erinnern, dabei war er doch nur drei Tage da gewesen, da wurde bestimmt geübt. [„Wer kommt bald?“ – „Weiß nicht.“ – „Silke. Silke kommt bald.“] Nach diesem langen Tag bin ich froh über das Abendessen und falle danach nur müde in mein Bett, das ein Kingsize-Bett Marke russischer Eigenbau ist [einfach zwei Betten aneinander geschraubt]. In den letzten Tagen wurden mir Dank der Zeitumstellung insgesamt 3 Stunden geraubt, das ist ziemlich anstrengend.
27.4.09 13:00
 


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